Aus dem Leben eines Opfers und Täters

11. Aug, 2017

Ich bin das, was ich bin.

Ein Opfer und eine Täter. Ich bin pardox und warum ich so bin, das frage ich mich oft selbst. Menschen schenken mir einerseits Mitleid und andererseits verurteilen sie mich. Ist das nicht auch irgendwie paradox?

Während meiner Untersuchungshaft hat erstmals eine Person mit der Berufsbezeichnung Psychologe versucht, mir "mein Problem" aufzuzeigen und es wurde sogar ein Gutachten über mich erstellt; ich hätte gern dabei geholfen.

Kurzum wurde festgestellt, dass ich ein Trauma habe und nicht pädophil sondern hebephil bin. Das erste nützt mir nichts und das zweite klingt wie Pest oder Cholera.

Mit dem Trauma, das wird wohl so sein; wenn ich auch nichts spürbar davon merke. Meinerwegen nennen wir es halt hebephil, dass ich mich zu Mädchen und Jungen im Alter von 12 und 16 Jahren hingezogen fühle. Ich ticke wie sie und teile deswegen ihre Gefühle und Interessen. Und ja, mit Mädchen auch sexuell. Warum ich so bin, das weiß ich nicht.

Was ich heute weiß. Ich darf nicht so sein, wie ich bin.

1. Mai, 2017

Nicht nur Justitia ist blind!

Ihr könnt Euch nicht annähert vorstellen, was ich bei meiner Suche im Netz alles gefunden und erlebt habe.

Fakt ist, die pädophile Szene hat ein unvorstellbares Ausmaß, ist an Widerwärtigkeit nicht zu übertreffen sowie existiert sie in jeder sozialen Schicht und ist allgegenwärtig.

Man kann sie im Alltag nicht sehen. Man erfährt lediglich von ein paar wenigen Fällen, die durch die Medien hochgespielt ans Tageslicht kommen; und glaubt mir, das was bekannt wird, ist nur die Spitze des Eisbergs.

Ähnlich wie in der Drogenszene werden meistens nur die Konsumenten und nicht die Händler gefasst bzw. verurteilt.

Aber dann blökt der Großteil mit, bei Parolen wie „Kinderficker lebenslänglich einsperren“, „Schwanz abschneiden“ oder bei dem in der rechtsextremistischen Szene benutzten Satz „Todesstrafe für Kinderschänder“.

Aber halt auch immer nur dann, wenn’s wieder einmal passiert ist; und die Betonung liegt auf „passiert ist“.

Warum wird so wenig dagegen getan und warum wird das so akzeptiert?

Vielleicht, weil es ja immer nur den anderen passiert.

 

Nehmt die Augenbinde ab. Es kann jedes Kind treffen -ICH weiß es.

21. Mrz, 2017

Warum hat er das mit mir gemacht?

 

Mit dieser Fragestellung begab ich mich im Alter von 14 Jahren auf die Suche nach einer Antwort und fand ziemlich schnell dabei heraus, dass mein sogenannter Opa pädophil sein muss.

 

Er allein, oder gab es da noch mehr Menschen mit dieser Neigung?

 

Um in die Szene reinzukommen erstellte ich mir mit „allem drum und dran“ mehrere Fake-Accounts und forschte über Jahre hinweg im Netz weiter; was mir später noch zum Verhängnis werden sollte.

Ich fand (nicht nur im Darknet) unzählige Foren bzw. Gruppen, in denen „Die Lust mit Kindern“ Thema war bzw. ist.

 

Die Mitglieder standen offen und ohne Scham zu ihrer Neigung und brüsteten sich sogar mit Handlungen, als hätten sie Trophäen errungen.

 

Immer tiefer war ich drin und schon nach kurzer Zeit musste ich nicht mehr suchen. Ich wurde gefunden und mir wurden nicht nur Bilder und Filme angeboten, sondern auch die Kinder selbst.

 

So bot mir beispielsweise eine Mutter aus Leipzig ihre 6 jährige Tochter stundenweise gegen Geld an.

6. Feb, 2017

Nichts ist im Leben für umsonst.

... und das musste ich schon als 8-jähriger am eigenen Kinderleib spüren.

Ich war oft bei meinem so genannten Opa und genoss die Zuwendung und die Zuneigung, welche ich zu Hause nicht bekam. Anerkannt und geliebt zu werden -das tat so gut.

Egal was ich auch für einen Traum hatte, er las ihn in meinen Augen und erfüllte mir jeden Wunsch. Und nun geht kurz in Euch; welches Kind wünscht sich das nicht.

Als Gegenleistung musste ich ihn lediglich bespaßen, wenn auch der Begriff „befriedigen“ zutreffender ist. Ich bitte um Euer Verständnis, dass ich auf Einzelheiten bei den Formen der Befriedigung nicht ins Detail gehen möchte.

Ja, Ihr habt richtig gelesen, ich schrieb „lediglich“. Auch, wenn das aus heutiger Sicht paradox ist. Damals empfand ich das alles als nicht falsch oder sogar als schlimm. Nein, es war völlig normal und gehörte zu uns; und er musste bzw. hat mich nie zu irgendetwas gezwungen.

Deswegen habe ich es auch keinem erzählt.

Wem auch -wem und warum sollte ich mich anvertrauen? Er war ja schließlich meine Vertrauensperson. Der Mensch in meinem Leben, der weiß was richtig und falsch sowie gut und böse ist.

Erst später, so mit 14 Jahren, habe gemerkt, dass das nicht normal ist und richtig sein kann.

26. Nov, 2016

Friedvolle Kindheit, friedvolle Menschen

Diesen Spruch las ich vor kurzen auf https://www.aphorismen.de/zitat/144137.

Ist dieser Spruch vielleicht die Antwort auf das wer ich heute bin. Beziehungsweise, ist das die Erklärung für das was ich tue?   

Fangen wir am Anfang an. Wie schon geschrieben, bin ich vor dreißig Jahren in einer der größten deutschen Städte geboren; wo ich mit meinen Eltern und meiner kleinen Schwester aufwuchs.

Meine Schwester war die "Number One" in der Familie und meine Mutter machte nie ein Hehl daraus; und lies es mich auch spüren. Sinngemäß sagte sie eines Tages, dass sie schon immer unbedingt eine Tochter wollte; doch da kam ich zuerst auf die Welt. So fuhren wir zuerst noch alle gemeinsam in den Urlaub und später nahmen meine Eltern nur noch meine Schwester mit. Mich ließ man zu Hause, damit ich auf die Haustiere aufpasse.

Und dann gab es noch den einen Verwanden in meiner Familie, der wie ein Opa für mich war; nach dem ich mich sehnte. Er zeigte mir wie es sich anfühlt beachtet zu werden und egal was für einen Wunsch ich hatte, er las mir diesen von den Augen ab und erfüllte ihn.

Erst ohne und dann mit Gegenleistung -ich war 8 Jahre.